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Geopolitische Konflikte I: Innerhalb der Halbinsel
Release Date
2025-05
Language
- German
Topics
- Agents and Patterns of Security and War
Spätestens seit dem Ende des Osmanischen Reichs und der kolonialen Durchdringung vor allem durch Großbritannien bis in die 1970er-Jahre ist die Arabische Halbinsel auf der Suche nach Stabilität. Die enormen sozioökonomischen, politischen und geostrategischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts bestimmen bis heute die regionale Ordnung im arabischen Raum. 2011 mündeten diese in den Protesten des sogenannten Arabischen Frühlings, die den arabischen Raum durch den Zerfall staatlicher Strukturen erneut destabilisierten und zur Verschiebung der regionalen Machtordnung führten. Besonders ärmere Länder wie der Jemen waren stark von den Protesten betroffen, in denen gegen schlechte Lebensverhältnisse, hohe Korruption und für Meinungsfreiheit demonstriert wurde. Die reichen Monarchien wie Saudi-Arabien und die kleineren Golfstaaten hingegen hatten demgegenüber kaum Probleme, da sie lokale Protestbewegungen mittels Subventionen und Repression – auch in Nachbarstaaten wie Bahrain – unterbanden. Seither versuchen diverse Regionalmächte, eine neue Ordnung nach ihren Interessen zu installieren. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Katar stießen in das durch die Proteste entstandene Machtvakuum in der MENA-Region und entwickelten sich zu Regionalakteuren, die ihre außen- und sicherheitspolitischen Interessen erstmals proaktiv (auch mit militärischen Mitteln) durchsetzen. Die Rivalität um geopolitischen Einfluss blieb jedoch nicht ohne Folgen und wirkte sich auf zahlreiche innerstaatliche Konflikte aus, auch weil mit der Türkei im Norden und dem Iran im Osten zwei mächtige Anrainer der Halbinsel ebenfalls versuchten, das Momentum zu nutzen, um sich als Führungsmächte zu etablieren.
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Document-Type
Book chapter
Publisher
Springer
Place
Berlin/ Heidelberg
ISSN/ISBN
978-3-662-70217-8
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